Denkmalschutz in Deutschland mit einer Kurzgeschichte der Bergkirche

Innenraum der Bergkirche

In Deutschland ist der Denkmalschutz eine kulturelle Angelegenheit und damit Ländersache. Es gibt 16 Denkmalschutzgesetze, für jedes Bundesland eines. In Baden-Württemberg gilt das „Gesetz zum Schutz der Kulturdenkmale“. Dabei ist ein Kulturdenkmal im Sinne des Gesetzes eine Sache, Sachgesamtheit oder Teil von Sachen, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht. Hierzu gehört auch die Historische Bergkirche in Freiburg-Opfingen.


Dazu § 2 Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg:
§ 2 Gegenstand des Denkmalschutzes
(1) Kulturdenkmale im Sinne dieses Gesetzes sind Sachen, Sachgesamtheiten und Teile von Sachen, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.
(2) Zu einem Kulturdenkmal gehört auch das Zubehör, soweit es mit der Hauptsache eine Einheit von Denkmalwert bildet.
(3) Gegenstand des Denkmalschutzes sind auch
1.die Umgebung eines Kulturdenkmals, soweit sie für dessen Erscheinungsbild von erheblicher Bedeutung ist sowie
2.Gesamtanlagen
Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln.
Die heutige Kirche wurde nach Plänen von Carl Friedrich Meerwein, der ein deutscher ''Markgräflich badischer Landbaumeister'' und auch Konstrukteur eines Flugapparats war, 1778 an Stelle einer älteren Kirche aus dem Jahr 1525 errichtet. Der Turm stammt noch von der ursprünglichen Kirche, deren Langhaus in Ost-West-Richtung (wie im Kirchenbau üblich) zeigte, und wurde bei der Neuerrichtung der Kirche, deren Langhaus nun atypisch in Nord-Süd-Richtung verläuft, etwas erhöht. In ihm hängt eine Glocke aus dem Jahr 1698. Nach der Säkularisation ging die Kirche teilweise in den Besitz der politischen Gemeinde über und gehört daher heute sowohl der Stadt Freiburg als auch der Kirchengemeinde Freiburg-Opfingen. Entsprechend verteilen sich auch die Baulasten.
Die Orgel erklang 1781 zum ersten Mal und wurde von Georg Marcus Stein (1738–1794) gebaut. Sein Handwerk lernte er bei Johann Andreas Silbermann und Johann Heinrich Silbermann in Straßburg. Die Orgel verfügt über 13 Register und 800 Pfeifen. Sie steht seit 1949 unter Denkmalschutz und zählt heute zu den ältesten bespielten Instrumenten im Breisgau. Sie wurde 1979 restauriert.
Das noch relative junge Kirchengebäude im Vergleich zu anderen Kirchen der Region gibt einen kleinen Einblick in die Geschichte Opfingens, das im Jahr 1006 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Jahrhundertlang hatten die Bewohner Opfingens gar keine eigene Kirche, sondern mussten nach der einstigen Kirche St. Peter und Paul in der Siedlung Wippertskirch gehen, was den Opfingern offensichtlich schwergefallen ist und so wurden im Jahre 1525 ihre Klagen erhört und das Kloster Schuttern erlaubte den Bau einer neuen Kirche im Dorf. Dies war die erste Opfinger Bergkirche, der Vorgängerbau der heutigen Kirche.
Nach der Reformation – die Opfinger waren als Untertanen des Markgrafen von Baden 1556 evangelisch geworden (Augsburger Religionsfrieden: Cuius regio eius religio! Mit dem Augsburger Friedensschluss von 1555 wurde dem Luthertum die Existenz neben dem Katholizismus zugebilligt. Jeder deutsche Landesherr konnte fortan in seinem Territorium die Konfession festlegen.) – kam der erste evangelische Pfarrer in den Ort. Mit der baulichen Unterhaltung der Kirche lag es allerdings im argen. Erste Berichte, wonach die Kirche einzustürzen drohe, erreichten die markgräfliche Regierung 1717. Die Verhandlungen über eine Renovierung mit dem Kloster, dem die Baulast für den Chor oblag, waren schwierig. Erst 1772 einigte man sich, nachdem die politische Gemeinde sich bereit erklärt hatte, die Kosten für das Langhaus zu übernehmen und auf Dauer auch die Baulast. Eine Renovierung war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr möglich (Erinnert an heutige Zeiten! Universitätsbücherei Freiburg beispielsweise). Die alte Kirche war zu baufällig, abgesehen davon war die Gemeinde gewachsen. Erträglich wurde die Investition in einen Neubau, weil Markgraf Carl Friedrich von Baden das Bauholz aus seinem Wald in Sulzburg unentgeltlich zur Verfügung stellte, und der Überlieferung nach die Gemeinden Mengen und Tiengen den Bausand und die Gemeinden Wolfenweiler und Schallstadt die Steine lieferten. Am 13. April 1777 wurde der letzte Gottesdienst in der alten Kirche abgehalten und am  ersten Advent 1778 die neue Kirche eingeweiht. Nach der Säkularisation (Einziehung der kirchlichen Besitztümer durch den Staat; allein in Baden vervierfachte sich die Fläche des Landes, die Zahl der Einwohner verfünffachte sich durch den Landzugewinn.) im frühen 19. Jahrhundert übernahm die Gemeinde das gesamte Gebäude.